Die GründungsgeschichteDie Gründungsgeschichte

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Vom Vaterländischen Verein zum Deutschen Roten Kreuz, Ortsverein Ehrang e.V.

Die Gründerjahre

 

Wenn der Chronist auf das Werden und die Entwicklung des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverein Ehrang e.V., als humanitäre Einrichtung mit ihren heute so vielseitigen Zielen und breitgefächerten Aufgabengebieten zurückblickt, wird er von dem im Jahre 1907 gegründeten Vaterländischen Verein ausgehen müssen, der schon damals Sanitätsdienste zur Pflege verwundeter und kranker Krieger leistete und auch den außerordentlichen Notständen im Vaterland während den Friedens- und Kriegszeiten diente. Einen Grundstein für das spätere Rotkreuzleben in Ehrang legten der San.-Rat Dr. Johann Gabriel Weihs[1]mit der Ausbildung im Sanitätswesen und seine Gattin Emilie, die es verstand, Frauen für die edle Wohltätigkeitsarbeit zu begeistern.

 

Dieser Vaterländische Verein war die Keimzelle für den heutigen Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes Ehrang. Aus ihm entstand im Jahre 1911 mit 11 Gründungsmitgliedern die freiwillige Sanitätskolone vom Roten Kreuz Ehrang unter dem Kolonnenarzt San.-Rat Dr. Weihs, dem Kolonnenführer Christian  Rohde[i][2] und dem Vorsitzenden Rentmeister Karl Hommens[3]

 

Am 18.12.1921 feierte die Sanitätskolone Ehrang ihr 10jähriges Stiftungsfest, das mit einer „gut zuwegegebrachten Übung“ eingeleitet wurde, was der Kritiker Oberregierungs- und Medizinalrat Dr. Hembel als Vertreter des Regierungspräsidenten feststellte. Bei der anschließenden Festveranstaltung begrüßte Vorsitzender Hommens die Ehrengäste, Vereine und auswärtigen Kolonnen, um dann über die Entwicklung und Tätigkeit des Rotkreuzverbandes zu berichten. Der Bürgermeister des Amtes und der Gemeinde Ehrang, Arend, überbrachte die Grüße der Ehranger Bürgerschaft. Der Männergesangverein unter Leitung des Musikdirektors Altmeier sowie der Theaterverein 1909 trugen mit ihren vorzüglichen Darbietungen sehr zur Verschönerung des Festes bei.

Man muß dem Verein in den Jahren 1920 bis 1930 näher gestanden haben, um beurteilen zu können, mit welcher Begeisterung die Helferinnen und Helfer die humanitären Aufgaben des Roten  Kreuzes zu verwirklichen suchten und wie diese Gemeinschaft dank der damals unermüdlichen Arbeit der verantwortlichen Vereinsführung an Stärke und Einsatzfreudigkeit wuchs.

Die 20-jährige Wiederkehr des Aufblühens der Rotkreuz-Idee in Ehrang war am 26.10.1927 Anlaß zu einer großangelegten Übung der Sanitätskolonne Ehrang unter der Führung des damaligen Kolonnenführers Matthias Schuh[4], an der neben der Vereinsführung eine stattliche Zahl von 6 Helferinnen und 44 Helfern teilnahmen, was unter Beweis stellt, wie tief schon zu dieser Zeit der Rotkreuz-Gedanke in der Bevölkerung verwurzelt war.

 

Am 20. Mai 1929 weihte die damals unter dem Namen „Freiwillige Sanitätskolonne Ehrang-Biewer“ tätige Rotkreuz-Gemeinschaft ihre Standarte ein, die vorderseitig das Bildnis vom Barmherzigen Samariter mit dem Zitat

 

                        „Edel sei der Mensch – hilfreich und gut“

 

Wiedergibt und auf der Rückseite in der Mitte das „Rotkreuz-Emblem“ mit kreisrunder Beschriftung

 

                        „Sanitätskolonne – 1911 – Ehrang-Biewer“

 

bekundet.

 

Auch heute noch, nach fast 70 Jahren, wird diese Standarte bei allen festlichen Anläßen getragen.

 

Bei dieser Festlichkeit wurde die Partnerschaft mit dem Rotkreuzverein aus Wehrden/Saargebiet besiegelt[5].

 

Vereinsvorsitzender wurde 1934 der Apotheker Max Friehs[6]. Nachdem im Jahre 1937 Dr. med. Heinrich Blissenbach[7] als Bereitschaftsarzt die weibliche und männliche Bereitschaft übernommen hatte, leisteten die Rotkreuzleute im 2.Weltkrieg im selbstlosen Einsatz in der Heimat und an der Front schweren und aufopfernden Dienst. Sieben Vereinsmitglieder kehrten in Ausübung ihres Sanitätsdienstes an der Front nicht mehr in die Heimat zurück, wovon einer als vermißt gilt und sechs gefallen sind.

 

Verbot und Wiederzulassung

 

Nach dem Kriegsende 1945 brach das Rotkreuzleben in Ehrang zusammen, weil die Besatzungsmacht jegliche Vereinstätigkeit verboten hatte. Um die Versorgung im Sanitätswesen notdürftig zu gewährleisten, war beim Landratsamt Trier ein Kreiskomitee „Sanitäts- und Rettungsdienst“ gebildet worden, dem für das Amt Ehrang als Vertreter der damals amtierende Amtsbürgermeister Karl Hommens bis Ende 1945 und in der Nachfolge der Reichsbahnbeamte Herrmann Theobald angehörten.

 

Die Wiederzulassung des Rotkreuzvereins Ehrang ging seit dem 30.09.1947 ein längeres Verfahrens wegen der von der französischen Besatzungsmacht erlassenen „Anordnung Nr. 22 von 12.12.1945 über die Wiederherstellung des Vereinsrechts in der französischen Besatzungszone“ voraus. Nachdem diese Verhandlungen zwischen den Franzosen und dem seit dem 12.12.1947 wieder zugelassenen Roten Kreuzes Rheinland-Pfalz abgeklärt waren, konnten auf Initiative des damaligen Bereitschaftsführers Matthias Krämer[8] bereits im März 1948 ein Arbeitskreis im Stübchen des Gasthauses Hommens einberufen werden. Dieser bestand aus zur Mitarbeit interesserten Altmitgliedern und dem erst kürzlich aus der Kriegsgefangenschat entlassenen, als Neumitglied geworbenen und als Schriftführer vorgesehenen Ernst Freichel[9]. Diese leiteten die Entwicklung zum inneren Aufbau des Ortsvereins vom Roten Kreuz Ehrang durch Mitgliederwerbung, persönliche Gespräche und Verhandlungen ein.

 

Die mit öffentlicher Bekanntmachung vom 03.12.1949 in den Saal der Gastwirtschaft Laubach im Ehrang einberufende Mitgliederversammlung, an der 16 Personen teilnahmen, vollzog mit der Wahl eines siebenköpfigen Vorstand mit dem 1.Vorsitzenden Dr. med. Karl-Friedrich Maahs[10] und dem als Schriftführer bestellten Ernst Freichel die Wiedergründung des Ortsvereins vom Roten Kreuz Ehrang, die der Landesverband vom Roten Kreuz Rheinland-Pfalz dann am 06.03.1950 genehmigte.

 

Die Mitgliederversammlung vom 19.08.1950 im Saale Hommens in Ehrang stand im Zeichen des weiteren Aufbaues des Ortsvereins. Sie unterstrich die Notwendigkeit, besonders mit dem Blick auf die ortsansässige Industrie ( Klöckner Werk, Quint, Mosaikwerk Ehrang, Walzenmühle usw. ) im Amtzsbezirk Ehrang dem Aufbau einer einsatzfähigem Bereitschaft bald vorzunehmen, um bei vorkommenden Ernstfällen schnelle Hilfe zu leisten.

 

Als eine der Voraussetzungen hierfür wurde die Forderung einer weitgehenden Unterstützung durch die öffentliche Verwaltung laut. Der anwesende Kreisbereitschaftsführer Schiffhauer sagte im Namen des DRK-Kreisverbandes jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung für die Aufbauarbeit zu, in der Hoffnung, daß die Bereitschaft Ehrang wieder jene Einsatzfähigkeit und jenen hohen Ausbildungsstand erreicht, der ihr früher zu eigen gewesen war. Um das in der Gemeinde Pfalzel ruhende Rotkreuzleben zu aktivieren, wurde beschlossen, bei dem damaligen Gruppenführer Karl Metzler, Pfalzel, Ringstraße 6, eine Unfallhilfestelle einzurichten.

 

 

Wiederaufbau in den frühen 50er Jahren

 

Am 11.11.1951mußte eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden, da der bis dahin amtierende Vorsitzende Dr. Maahs seinen Rücktritt erklärt hatte.

Bereits in Vorgesprächen hatte Dr. Maahs mit dem damaligen Regierungsinspektor Hans Becker[11] gesprochen. Dieser wurde der Versammlung vorgeschlagen und von den anwesenden Rotkreuzlerinnen und rotkreuzlern gewählt.

 

Gemeinsam mit der Geschäftsführung und der Bereitschaftsleitung wurde unter seiner Führung in den folgenden Jahren eine geziele und beispielhafte Aufbau- und Ausbildungsarbeit geleistet.

 

Im Januar 1952 wurde eine Aktion zur Aktivierung der vor dem Kriege selbständig arbeitenden Rotkreuz-Gruppen in den den Gemeinden Butzweiler und Kordel eingeleitet. Ebenso wurden die bis dato noch nicht erfaßten, aber schon im Jahre 1935 in den Amtsverband Ehrang hnzugekommenen Fidei-Gemeinden des aufgelösten früheren Amtes Zemmer in den Ortsverein integriert, so daß nunmehr unser Ortsvereinsbereich identisch mit den Verwaltungsgrenzen der Amtsverwaltung Ehrang war.

 

Im gleichen Jahre (1952) wurde im Ortsverein das Jugend-Rotkreuz unter dem Jugendleiter Alfons Kertels[12] gegründet. Diese Jugendgruppe widmete sich in den Anfangs- und Aufbauphasen neben der Ausbildung in der Ersten Hilfe und er Freizeitgestaltung durch Sport und Spiele auch verstärkt anfallenden Sozialaufgaben. Aber hierzu später mehr.

 

Eine neue Ära beginnt

 

Die technische Entwicklung schritt nach dem Ende des 2.Weltkrieges erst schleppend, jedoch dann immer rascher voran. Die Technik hielt immer mehr Einzug in die Industrie und unser tägliches Leben. Sie brachte jedoch nicht nur Lohn und Brot, in ihr steckten auch viele Gefahren.

Die Arbeitsunfälle häuften sich und auf unseren Straßen gab es immer mehr Verkehrsunfälle größeren Ausmaßes. Dies alles veranlaßte den Ortsverein bereits 1954, den Beschluß zu fassen, eine Rettungswache aufzubauen. Mit dem Kauf eines gebrauchten LKW´s begann die Ära des Rettungsdienstes in Ehrang.

 

Am 18.09.1955 teilte der Vorsitzende Becker der Mitgliederversammlung mit, daß dienstliche Gründe in zwängen, dem Vereinsvorsitz abzugeben. In Würdigung der beachtenswerten Ergebnisse seiner Bemühungen um den Neuaufbau des seit 1949 wiedererstandenen DRK-Ortsvereins Ehrang ernannte ihn die Versammlung zum Ehrenvorsitzenden des Ortsvereins auf Lebenszeit.

 

Zum Nachfolger wurde der 2.Vorsitzende, Ernst Freichel, von der gleichen Mitgliederversammlung zum neuen Vorsitzenden gewählt.

 

Ein Jahr später, 1956, wählten die Rotkreuzlerinnen und Rrotkreuzler Frau Dr. med. Helene Flad , praktische Ärztin in Ehrang und bereits seit 1944 Mitglied im Roten Kreuz, zur Bereitschaftsärztin. Über ihr Wirken und Schaffen wird an anderer Stelle näher einzugehen sein.

 

Die Rotkreuzmitglieder der  Gemeinde Pfalzel schieden zum 01.01.1957 aus unserem Ortsvereinsbereich aus, weil sie sich zu diesem Zeitpunkt zu einem selbständigen Ortsverein zusammenschlossen. Um dem neuen Ortsverein Pfalzel die Basis für ihre Verbandsarbeit zu ermöglichen sah der Vorstand von der satzungsgebotenen Kündigungsfrist für das Ausscheiden von Mitgliedern ab. Weiter wurde gleichzeitig verfügt, dem Ortsverein Pfalzel als weitere Arbeitsgrundlage unser dort vorhandenes, ortsvereinseigenes Material in Eigentum zu übergeben.

 

Vom 29.06. bis 01.07.1957 feierte unser Ortsverein sein 50jähriges Stiftungsfest. Bereits zum Jahresbeginn bestimmte die vorgesehene Jubiläumsfeier im wesentlichen die Vereinsarbeit mit der Bildung seines Organisationsausschusses unter der Leitung des Kaufmanns und Gastwirts Peter Thiel aus Ehrang, der für die Durchführung und den Ablauf der Festlichkeiten verantwortlich war.

 

Die Festveranstaltung für die Landrat Salzmann als Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes die Schirmherrschaft übernommen hatte, war besonders geprägt von einem schönen und würdigen Kommersabend am Samstagabend im  Saale Matti Schneider und der Teilnahme einer starken Delegation des Brudervereins Wehrden/Saar sowie vielen anderen Rotkreuzvereinen und Gruppen. Die, am Sonntag mit Sirenenalarm ausgelöste Katastrophenübung mit angenommenem Absturz eines amerikanischen Düsenjägers auf das Marienkrankenhaus Ehrang und der Einsatz eines Hilfszuges der Bundesbahn zum Abtransport der vielen Verletzten waren ein weiterer Höhepunkt.

 

Alle Festredner fanden hohe Anerkennung für die Aufbauleistungen des Ortsvereins als führend im DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz und als Kernstück in unserem DRK-Kreisverband.

Besonders wurde Bereitschaftsleiter Matthias Krämer vom DRK-Präsidenten Dr. Carl Müller für seine 30jährige Tätigkeit im Roten Kreuz geehrt. Er erhielt als anerkennende Würdigung seiner besonderen Leistungen beim Wiederaufbau des Ortsvereins das vom Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Weitz, verliehene Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes.

 

Die 100jährige Wiederkehr von „Solferino“ gedachte der Ortsverein am 28.06.1959 mit einem Festakt am Sonntagvormittag im Saale Matti Schneider, bei dem Frau Dr. Flad die Gedenkansprache hielt.

 

Beim vom DRK-Kreisverband Trier-Land gesteuerten Sondereinsatz für die „Heilig-Rock-Ausstellung“ vom 19.07. bis 20.09.1959 im Hohen Dom zu Trier wurde auch die weibliche und männliche Bereitschaft des Ortsvereins Ehrang eingesetzt.

Dokumentiert ist, daß das für die ganze Ausstellungszeit für die Samstags- und Sonntagseinsätze bereitgestellte Personal bis zu 70% vom Ortsverein Ehrang gestellt wurde. Zudem wurde für die Frühmorgenseinsätze, der Anfahrten von Kranken und Gebrechlichen zum Anschauen und Berühren der Rockreliquie, weitere 352 Einsatzkräfte und entsprechenden Fahrpersonal vom Ortsverein gestellt, wobei zu bemerken ist, daß sich die Bereitschaftsärztin für die Krankenbetreuung und der Vereinsvorsitzende als Krankenwagenfahrer für diese Einsätze immer wieder zur Verfügung stellten.

 

 

Der Ortsverein als „e.V.“

 

Mit der ersten Entwicklung des eigenverantwortlich geführten Rettungsdienstes mit seinem Wagenpark an Sonderfahrzeugen mußte für die dem Verein hieraus entstehenden Verbindlichkeiten aus Haftungsgründen seine Eintragung in das Vereinsregister zur Erlangung der Rechtsfähigkeit nach dem BGB beantragt werden, was das Amtsgericht Trier am 19.05.1960 unsere Nr. 1169 des Registers vornahm. Der Verein führte nunmehr den Namen „Deutsches Rotes Kreuz, Ortsverein Ehrang e. V.“

 

Das in der ganzen Welt anstehende Gedenken des 100jährigen Bestehen des Roten Kreuzes war auch für den Ortsverein vom DRK Ehrang Anlaß, am 21.06.1963 in Verbindung mit der Jahreshauptversammlung im Saale Matti Schneider in Ehrang dieses Jubiläum in einer dem Wesen der Gedenkstunde würdigen Art zu begehen. Neben einer großen Zuhörerschaft und vielen aktiven Mitgliedern der Ortsvereine Pfalzel, Schweich und Ehrang mit ihren Vereinsvorsitzender Freichel als Ehrengäste Landrat Schubach als Kreisverbandsvorsitzender, den Kreisbereitschaftsarzt Obermedizinalrat Dr. Backmann, Trier, die Kreisbereitschaftsleiterin, Frau Loskill, Schweich, Amtsbürgermeister Ring, Ehrang, die Bürgermeister Zimmermann, Ehrang, Huberti, Butzweiler, und Gerhards, Schleidweiler -Rodt, und Gendarmerieinspektor Pregler vom Verkehrskommando Ruwer begrüßen.

 

Die Veranstaltung wurde vom Ehranger Vereinsorchester und dem Männergesangverein 1880 Rheinland unter der Leitung von Dirigent Willi Winterich und Chormeister Kirsten musikalisch und gesanglich umrahmt. Die Festansprache hielt Landrat Konrad Schubach, der darauf hinwies, daß in der ganzen Welt derartige Feierstunden veranstaltet würden und er lobte, daß auch der Ortsverein  Ehrang eine solche Gedenkstunde arrangierte, Schubach sprach dem Ortsverein seine besondere Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit im Dienste der Allgemeinheit aus.

Geradezu als vorbildlich zu nennen sei die Zusammenarbeit zwischen dem Roten Kreuz, der Bevölkerung und der Verwaltung. Der Ortsverein Ehrang habe sich nach dem letzten Kriege aus dem Nichts emporgearbeitet und gerade in den letzten Jahren viele Beweise der Hilfsbereitschaft und des tatkräftigen Einsatzes gezeigt.

Mit großem Beifall wurde die Mitteilung des Landrates aufgenommen, daß dem Ortsverein Ehrang ein Funkgerät für seinen Einsatzwagen kostenlos zur Verfügung gestellt werde.

 

In der gleichen Mitgliederversammlung wurde für ihre verdienstvolle Förderung unseres Ortsvereins Fräulein Edith Seifer einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt und die Urkunde folgenden Inhaltes übergeben:

 

                              „Humanitati et Paci“

„In  dankbarer Würdigung der verdienstvollen Förderung des Roten Kreuzes sowie Untersützung unserer Arbeit im Dienste der Menschlichkeit und des Friedens wurde

                                    Frl. Edith Seifer, Ehrang,

 

auf einstimmigen Beschluß der Mitgliederversammlung zum Ehrengmitglied des DRK-Ortsverein Ehrang ernannt.

 

Ehrang, den 21. Juni 1963                                         Der Vorsitzende Freichel“

 

 

Die sich über viele Jahre hinziehende Aktion der Heimkehrerbefragungen anhand der von den Suchdienstzentralen Hamburg und München des DRK über den Kreisverband für das Gebiet des Ortsvereins bereitgestellten Vermißtenbildlisten bedeuteten einen wesentlichen und verantwortungsvollen Teil der Rotkreuzarbeit. Bei vielen Befragungsterminen in allen Gemeinden des Ortsvereinsbereiches, die ausschließlich vom Vereinsvorsitzenden in seiner Eigenschaft als zuständiger Sachbearbeiter der Amtsverwaltung durchgeführt wurden, gaben die angesprochenen Heimkehrer ihre entsprechenden Erklärungen ab, die vielfach zur Aufklärung von Vermißten- und Verschollenenschicksalen beitrugen. Die Heimkehrerbefragungen mit Bildlisten mußten dennoch 1966 abeschlossen werden, weil wegen des großen Zeitabstandes zu den Ereignissen und Geschehen das Erinnerungsvermögen immer mehr verblaßte und deshalb keine verwertbaren Ergebnisse mehr zu erwarten waren. Die weitere Mitarbeit im Suchdienst blieb nur noch der Abwicklung des anfallenden Schriftverkehrs vorbehalten und es wird auch zukünftig vorwiegende Aufgabe bleiben, weiterhin den Bemühungen des Suchdienstes auf Landes- und Bundesebene intensiv zu unterstützen.

 

 

1964 – ein neues Domizil

 

Alles hätte in bester Ordnung sein können im Ortsverein; doch wegen dringendem Raumbedarf kündigte die Ortsgemeinde Ehrang das alte Spritzenhaus „Am Spieles“, das bis dahin Domizil des Ortsvereins war. Aus der Not eine Tugend machend kaufte daraufhin der Verein ein Haus in der Quinterstraße und baute es kontinuierlich aus.

 

Am Samstag, dem 01.07., und Sonntag, dem 2. Juli 1967, blickte der Ortsverein auf sein 60jähriges Stiftungsfest zurück. Eine Reihe gut gelungener Veranstaltungen verliehen diesem seltenen Jubiläum einen würdigen Rahmen. Der starke Andrang zu allen Darbietungen und die Anwesenheit vieler auswärtigen Rotkreuzkameradinnen und -kameraden ließen die Festtage, die unter der Schirmherrschaft des Amtsbürgermeisters  Ludwig Ring standen, zu einem erhebenden Rotkreuzbekenntnis der wirkenden Idee dienender Nächstenliebe werden. Der überaus rege Besuch von Ehrengästen, Rotkreuzteilnehmern und Ortsansässigen am Festkommers im Saale Schneider Matti mit seinem guten und gehaltvollen Darbietungen, der von Ehranger  Vereinen, dem JRK-Gruppen von Pfalzel und Ehrang sowie dem Heimatdichter Peter Krämer gestaltet wurde, ließen eine starke Resonanz spürbar werden, die unserem Engagement im Ortsvereinsbereich bekundet wurde.

 

Das am Sonntagvormittag um 10.00 Uhr im Festsaal arrangierte Podiumsgespräch über „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ , an dem als Gesprächsteilnehmer Oberstabsarzt Dr. Oberbeck vom Bundeswehrlazarett Koblenz, der stellv. Landesbereitschaftsführer Jaeg vom DRK-Landesverband Mainz, Dechant Schieben aus Ehrang, Rechtsanwalt Hilgers aus Trier und Polizeihauptkommissar Pregler, Pfalzel, teilnahmen, wurden zu einer Rotkreuzveranstaltung, die bis zum DRK-Landesverband stärkste Beachtung fand.

Der Massenbesuch zu diesem Dialog wie auch die vielen, aus dem Auditorium gestellten Fragen an die aus einem Arzt, Geistlichen, Juristen, Polizeibeamten und der Gesprächsleiterin, Frau Dr. Flad, bestehende Gesprächsrunde verdeutlichten, wie aktuell dieses Thema gerade in unserem motorisierten und technischen Umfeld ist.

 

Die große Katastrophenübung „Absturz einer Passagiermaschine über dem Scharterber gegenüber der Kyllbrücke-, fand am darauffolgenden, sehr heißen Sonntagnachmittag im Beisein des Regierungspräsidenten Schubach, hoher Vertreter unseres Landesverbandes, der Bundeswehr und anderer Rotkreuz- und Zivilverwaltungsstellen statt. Die von der weiblichen und männlichen Bereitschaft des Ortsvereins mit Unterstützung der Katastrophen-Reservegruppe Fell, einer Sanitätsgruppe des Ortsvereins Schweich, der Luftwaffensanitätsstaffel Trier und der Freiw. Fwuerwehr Ehrang gestaltete Großübung, überzeugte die vielen Fachleute und Kritiker. Der Übungsverlauf führte den kritischen Augen der Beobachter den sehr hohen Ausbildungs- und Ausrüstungsstand vor. Hierfür erhielten die Beteiligten von allen Seiten höchste Anerkennung.

 

Im Laufe des anschließenden Festabends erhielt Ortsvereinsvorsitzender Freichel aus den Händen des stellvertretenden Vorsitzenden des DRK-Bezirksverbandes Trier, Regierungsdirektor Probst, das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, die höchste Auszeichnung des Roten Kreuzes. Freichel erhielt diese hohe Auszeichnung als Würdigung für seine bemerkenswerten Leistungen beim Wiederaufbau des inzwischen größten Ortsvereins im Bezirksverband und seiner besonderen Initiative, der zu verdanken war, daß der Verein ein eigenes Haus besitzt, das für einen unbehindertes Handeln notwendig ist.